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Installation / Schaukasten mit 15 Knöpfen / 2012 / 200 x 200 x 200 cm / diverse Materialien

Eine stark spiegelndes Sichtfenster und darunter aufgereiht 15 Knöpfe, die zum drücken einladen, bilden die Frontseite von Simone Kesslers Arbeit "Bestandsaufnahme". Drückt man nun einen dieser Knöpfe, so wird im Raum hinter dem Fenster ein Fragment ihres Konstrukts erleuchtet und für den Betrachter draussen sichtbar. Der Atelier-Arbeitsplatz, der zum Teil auch als Lager für Arbeiten älteren Datums diente, wird hier als Ausgangspunkt für ein persönliches Modell der Archivierung genutzt. Rund 15 Arbeiten, die zum Teil für dieses Diorama neu entstanden, hauptsächlich aber für zurückliegende Ausstellungen und Projekte konzipiert worden waren, können so nacheinander oder gleichzeitig durch Betätigung der Schalter erleuchtet und betrachtet werden, einer der 15 Schalter lässt sogar Musik erklingen. Einerseits wird hier der Arbeitsplatz des Künstlers zum Archiv und privaten Forschungsraum, in dem die Wechselwirkung einzelner Arbeiten mit anderen getestet und neue Konstellationen ausgelotet werden können. Andererseits simuliert der Aufbau eine rekonstruierende Situation, man fühlt sich an Schaukästen aus dem deutschen Museum erinnert und ertappt sich selbst dabei, mit welch großer Neugier man durch die private Wunderkammer des Künstler-Archivs stöbert.

(Text: Sarah Lehnerer)